Hochzeitsdienstleister im Interview – Fragen an einen Hochzeits-DJ

Lisa Doneff - Lichtblicke Fotografie - Fotografin aus Franken - Buchempfehlung - Book of you

Mit diesem Blogartikel startet eine Serie auf meinem Blog, in der ich mich mit Hochzeitsdienstleister aus der Region Franken unterhalte und spannende Gespräche über deren Job führen werde. Den Anfang macht Pius Neuner. Ein Hochzeits-DJ aus Oberfranken. Ich freu mich mega, das er mit dabei ist. Deswegen, viel Spaß mit dem Interview. 

Wie kam es dazu, dass du als Hochzeits-DJ arbeitest?
Musik war schon immer ein sehr großer Bestandteil in meinem Leben. Mit sieben Jahren habe ich bereits Geige und Schlagzeug zu gespielt. Von da an war ich in der Schule und außerhalb in verschiedensten Musikgruppen unter anderem dem Jugendsinfonieorchester Oberfranken aktiv. Mein Vater als Musikdozent hat mir diese Leidenschaft sozusagen in die Wiege gelegt. Nach dem Abitur 2016 hab ich als Bankkaufmann bei der Sparkasse begonnen. Während dieser Zeit bin ich auf meinen ehemaligen Schlagzeuglehrer Alexander Lorenz  gestoßen, der mittlerweile zu den top Hochzeits-DJs in Deutschland zählte.  Durch ihn habe ich meine Leidenschaft für die Musik wiedergefunden und wurde Schritt für Schritt in die Branche eingeführt. Seit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung im Februar 2019 widme ich mich mit ganzem Herzen dem DJ-Dasein.  

Wie lange arbeitest du schon in diesem Bereich?
Seit etwa Mitte 2017. 

Welche Musikrichtung hörst du privat am liebsten?
Spaßhalber behaupte ich manchmal, der einzige Mensch zu sein, der behaupten darf WIRKLICH ALLE MUSIKRICHTUNGEN zu hören. Wer mich kennt oder schonmal Auflegen gehört hat, wird das bestätigen. Ein kleines Faible habe ich allerdings für Oldies. Auf Spotify hab ich viele verschiedene Playlisten mit meinen Lieblingssongs: https://open.spotify.com/user/1125823474?si=mdzBUqcTSpa5Oac6Ib5FLQ

Wie erstellst du eine Playlist
Eigentlich gar nicht. Im Vorgespräch stelle ich dem Brautpaar viele Fragen zu Ihrer Persönlichkeit und Vorlieben im Bezug auf Musik. So bekomme ich ein gutes Gefühl dafür, welche Songs passen könnten. Der Rest ergibt sich aus dem Kontakt mit dem Gästen am Abend vor Ort. Oft wissen Trauzeugen spezielle Insider-Songs aus der Jugend. Diese Herangehensweise hat bisher immer super funktioniert. 

Ab wie viel Uhr legt man am besten auf?
Schwierige Frage: es gibt keine perfekte Zeit, aber erfahrungsgemäß nicht all zu früh. Gerne sitzen die Gäste gemeinsam an den Tischen und unterhalten sich oder Essen noch. Außerdem ist es wichtig darauf zu warten, dass alle Spiele und Reden vorbei ist, um danach möglichst ohne größere Unterbrechungen richtig loszulegen. 

Wie schafft man es, alle Gäste mit der Musik Happy zu machen? Bzw. ist das überhaupt möglich?
Es ist schon möglich, nur nicht gleichzeitig. Ich achte immer darauf, welche Gäste gerade schon am Tanzen sind.  Ich versuche es, die Musikrichtungen und -wünsche zeitlich zu staffeln. Einen Block Pop zum Beispiel, danach RnB, 90s, House usw. 
Jeder sollte auf seine Kosten kommen und selbstverständlich können die Gäste Wünsche äußern. 

Was ist das perfekte Lied für den Hochzeitstanz?
Das ist wirklich vom Brautpaar abhängig. Es sollte zum Brautpaar passen und Emotionen bei ihnen wecken. 

Wie lange sollte das Lied für den Tanz dauern?
Das hängt vom Lied ab. Wenn es ein cooler einstudierter Tanz ist, kann er auch ein paar Minuten länger dauern.
Aber wenn das Brautpaar sowieso etwas unsicher ist, reichen auch 90 Sekunden aus. Mit einem Übergang ins nächste coole Lied, das alle mitzieht, kann nicht viel schief gehen. Tipp: Trauzeugen plus Partner/-in sollen sich bereithalten, um gleich mitzutanzen– dem Gruppenzwang kann keiner widerstehen ; )

Wie viel Platz brauchst du für die Anlage?
Da muss sich das Brautpaar keinen Kopf machen. Ich sehe mir die Bilder im Internet an, wenn ich die Location nicht kenne oder besichtige sie vorab. Grob eineinhalb auf zwei Meter.

Wie viel Vorlaufzeit sollten Brautpaare einplanen, um dich anzufragen?
Das ist unterschiedlich.  Die „besonderen“ Daten sind meist schnell ausgebucht. Gerade die Samstage. Generell gilt: so früh wie möglich.

Können sich Gäste Songs von dir wünschen?
Selbstverständlich. Einfach zu mir kommen und äußern.
Nur wenn es wirklich gaaaaar nicht mit den anderen Songs harmoniert, würde ich mir eine gute Alternative überlegen. 

Was ist die häufigste Musikrichtung, die gewünscht wird?
Für manche können 90s, wie die Songs von den Backstreet Boys nicht früh genug gespielt werden…ansonsten meistens Pop und Charts.

Bis wie viel Uhr legst du ca. auf? Oder bist du da flexibel?
Open End. Es macht mir Spaß und bin auch der Letzte der sagt: „Ich will jetzt heim.“ In der Regel wird aber vorher eine Zeit mit dem Brautpaar festgelegt. Meistens 02:00 bis 03:00 Uhr…kommt auch auf die Location an.

Ich hoffe wir konnten Euch wichtige Fragen beantworten & einen Einblick in die Arbeit als DJ geben. 

Wenn Ihr noch weitere Fragen an Pius habt, schreibt Ihn gerne auf seinen Social Media Kanälen an.  

Instagram: @piusneuner 
Facebook: https://www.facebook.com/djpiusneuner/

 

Hochzeit von Melanie & Andreas

Lisa Doneff - Lichtblicke Fotografie - Fotografin aus Franken - Buchempfehlung - Book of you

Die Hochzeit von Melanie und Andreas war meine Erste dieses Jahr und besser hätte die Saison nicht starten können. Das Wetter war wirklich traumhaft für Mitte April. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und um die 12 Grad. Okay, am Morgen bei unserem Paarshooting war es doch noch etwas frisch, aber später wurde es richtig angenehm. Die Beiden waren mir schon beim Vorgespräch super sympathisch und so haben wir einen tollen Vormittag zusammen verbracht. Ich freu mich schon riesig auf alle weiteren Hochzeiten, die noch kommen werden 🙂

Wunderschönes Familienshooting in der Fränkischen

Lisa Doneff - Lichtblicke Fotografie - Fotografin aus Franken - Buchempfehlung - Book of you

Familien zu fotografieren ist einfach was total besonderes. Eure Geschichte zu erzählen und so natürlich wie möglich festzuhalten. Aber auch eine menge Spaß zu haben & Zeit miteinander zu verbringen. Am besten geht das übrigens in euren 4 Wänden oder bei einem entspannten Spaziergang draußen. Die Kinder haben, vor allem wenn sie schon etwas größer sind, viel zu entdecken und sind 1000x entspannter, als ich einer sterilen Studio-Atmosphäre. Gerade die ungestellten und spontanen Momente sind doch die aller Schönsten 🙂

5 Schritte zum perfekten Flatlay

Lisa Doneff - Lichtblicke Fotografie - Fotografin aus Franken - Buchempfehlung - Book of you
Mit Flatlays (Legebilder) kann man seine eigenen Produkte wunderbar in Szene setzen.
Gerade im Social Media Bereich ist dies eine beliebte Methode, um eine Stimmung rund um ein Produkt zu generieren.
Diese Art von Foto wird hauptsächlich auf den Plattformen Instagram und Pinterest verwendet.
Wenn du hier sehr aktiv bist, bleib dran, denn ich gebe dir eine Schritt für Schritt Anleitung für das perfekte Flatlay.

1.  Accessoires

Als erstes ist es wichtig, dir Accessoires und Requisiten zusammen zu suchen, die zu deinem Produkt oder deinem generellen Stil passen. Wenn du z.B. ein Buch schön in Szene setzen willst, könntest du eine Brille, ein schönes Lesezeichen und vielleicht eine Tasse Tee dazustellen. So ergibt sich eine Szenerie die den Betrachter anspricht und Emotionen weckt. Was generell immer super aussieht, sind Blumen und Pflanzen drum herum. 



2. Untergründe

Überlege dir einen passenden Untergrund. 
Hier gibt es unzählige Möglichkeiten. Wenn du offen durch die Welt gehst, findest du immer etwas, was du verwenden kannst.
Hierbei ist es auch super wichtig, dass ihr bei eurem Farbkonzept und Branding bleibt. Ist euer Produkt und die Accessoires grau, weiß und schwarz, dann wäre es eher unpassend eine knallgelbe Tischdecke zu nehmen. 


– Felle, Decken, Schals
– Strukturtapeten
– Musterfließen aus dem Baumarkt (bekommt man meistens kostenlos)
– Holzfolie (ist relativ günstig und man kann sie gut abwischen)
– Holzpaletten



3. Licht

Licht ist essentiell für gute Fotos. Am besten ist Tageslicht, das nicht direkt das Produkt anscheint. Hier ist ein Fenster nach Norden am besten geeignet, da hier nie die Sonne direkt durchs Fenster fällt. Wer kein solches Fenster hat, schafft mit einem leicht transparenten weißen Vorhang Abhilfe. 
Das Flatlay nun direkt vor einem Fenster auf einem Tisch (zur Not geht auch der Boden, nur hier kann das Licht, wenn das Fenster nicht bodentief ist, etwas abfallen) platzieren. 



4. Equipment Und Fotografieren 

Ich benutze eine Spiegelreflexkamera, aber mit einem Handy ist es anfangs natürlich auch möglich. Überlegt einfach, für was Ihr die Fotos verwenden wollt. Für Instagram reicht ein Handy vollkommen aus, für die Website allerdings, würde ich eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera empfehlen. 
Trotzdem möchte ich hier kurz etwas zu den Einstellungen, Objektiven und Hilfsmitteln sagen, die ich persönlich nutze. 
Meine Objektive sind ein 50mm 1.4 und ein 35mm 1.4 von Sigma. Beide sind sehr lichtstark und man kann hier auch in etwas dunkleren Räumen gute Fotos machen. Das 35mm ist etwas weitwinkliger als das 50mm und somit für größere Flatlays super geeignet, Das 50mm Objektiv nutze ich vor allem, wenn es kleinere Dinge sind, die ich in Szene setzen möchte. Blende 2,2 – Blende 4 sind hier ganz gut, da alles scharf ist, aber dennoch schön hell. 
Außerdem ist ein Stativ von Vorteil, da man hier einfach entspannter und ohne großes wackeln fotografieren kann. 
Hier meines, was ich seit Jahren benutze: 
Stativ



5. Nachbearbeitung

Meine Liebsten Programme zur Nachbearbeitung sind Lightroom und VSCO. Lightroom ist eine Desktop Anwendung und kostet monatlich im Abo zusammen mit Photoshop 19,90€. VSCO als App fürs Handy nur knapp 20 € im Jahr. Mit VSCO kann man ganz viele unterschiedliche Looks erstellen, hat viele Filter aber auch manuelle Einstellungsmöglichkeiten wie Belichtung, Schatten aufhellen, Kontrast etc.  Ihr müsst für Euch entscheiden, womit Ihr lieber arbeitet, aber ich kann für Beide Tools sagen, das sie wirklich super sind 🙂 

So jetzt sollte eigentlich nicht mehr viel schief gehen und Ihr könnt super schöne Bilder eurer Produkte für Instagram, Pinterest oder eure Website gestalten 🙂 










Warum es wichtig ist, sich selbst zu lieben

Lisa Doneff - Lichtblicke Fotografie - Fotografin aus Franken - Buchempfehlung - Book of you

Ich hatte es nicht immer einfach.Seit ich 3 Jahre alt bin, habe ich Neurodermitis. Ziemlich schlimm sogar. Mit 10 Jahren hatte sie Ihren Höhepunkt erreicht. Ich war ständig in Kliniken, meine ganze Haut war wie Feuer. Es hat gebrannt, gejuckt, genässt und mir ging es richtig mies. Das schlimmste war, als mir meine Haare ausgingen. Oft wurde ich in der Schule deshalb verarscht. Meine Mitschüler wollten teilweise nicht einmal neben mir sitzen, weil ich ja so ekelig war. Es war eine verdammt harte Zeit. Ich lag oft zu Hause im dunklen Zimmer, weil ich mich selbst nicht mehr sehen wollte. Immer wenn ich mich umziehen musste, hab ich die Rollos runtergelassen. Ich fand mich selbst einfach hässlich.
Viele Ärzte haben wir damals ausprobiert, vom klassischen Schulmediziner, über diverse Heilpraktiker, einen etwas merkwürdigen Wunderheiler aus Saarbrücken bis zur TCM ( Traditionelle Chinesische Medizin). Diese hat mir dann schlussendlich auch geholfen. 6 Wochen war ich damals in Bad Kötzting auf Kur, hab täglich Qi-Gong gemacht, wurde akupunktiert, hatte Psychotherapie und bekam ziemlich ekelige Tees mit Heilkräutern. Nach einem Jahr aber, war es wirklich soo viel besser. Ich bin unendlich dankbar dafür und dass nur noch ab und zu kleine Schübe kommen.
Narben sind trotzdem geblieben. Am Hals, am Bauch, den Füßen und Händen. 

Mit 14, als die Haut endlich besser war und ich auf einer neuen Schule, bekam ich urplötzlich immer wieder starke Magenkrämpfe und Sodbrennen. Erst dachten wir, es ist eben nur ein klassischer Magen Darm Infekt, aber als es gar nicht aufhörte und sich über Wochen hinzog musste ich das erste Mal zur Magenspiegelung. Dort kam heraus, das ich eine starke Entzündung in der Speiseröhre und eine Refluxösophagitis habe. Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt auch nicht was das ist, aber mir wurde es so erklärt, das die Magenöffnung nicht mehr richtig schließen kann und so die Magensäure sehr leicht zurück in die Speiseröhre fließt. 
Ab diesem Zeitpunkt musste ich täglich zwei Tabletten schlucken. Das Sodbrennen wurde wirklich besser, aber die Magenkrämpfe blieben. Ich merkte aber auch schnell, dass ich meistens Probleme damit hatte, wenn ich Stress hatte oder aufgeregt war. Nach jedem Essen kam es mir wieder hoch, mir war dauernd schlecht und mein Körper reagierte auf den kleinsten negativen Gedanken. Mit der neuen Ausbildung mit 16 kamen auch irgendwann richtige Angst – und Panikattacken hinzu.

War echt nicht so geil. Ich lief nur noch mit Wärmflaschen herum, weil die Schmerzen so dann einigermaßen erträglich waren. Durch die ständige Wärme, kamen dann auch noch mehr Narben und Verzeichnungen am Bauch und den Oberschenkeln hinzu. Vorher waren es nur ein paar durch die Neurodermitis, da war es für mich nicht so schlimm, aber jetzt…… Es sah aus wie eine Landkarte mit unterschiedlichen Farben, Erhöhungen und rauen Stellen. Ihr glaubt nicht wie mies ich mich, vor allem eben in meiner Pubertät gefühlt habe. Ständig hab ich an mir gezweifelt, fand mich hässlich, hab mich nur verglichen und mir ging es immer schlechter. Die Panikattacken wurden von Tag zu Tag schlimmer, bis ich irgendwann mindesten 3 am Tag hatte. Es war einfach keine Lebensqualität mehr vorhanden. Ich konnte nicht alleine sein, mein Freund war auch ziemlich fertig damals und ich hab dann schweren Herzens meine Ausbildung abgebrochen (Ich war auf der Fachakademie für Sozialpädagogik, Kinderpflegeausbildung hatte ich aber dennoch in der Tasche).

Ich war in vielen Kliniken, aber keine hat mir wirklich geholfen. Erst als ich im Dezember 2015 so fertig war, das ich nur noch 32 kg wog. Nein ich hatte keine klassische Essstörung, aber da ich nach jedem Essen Magenkrämpfe hatte, wollte ich irgendwann nicht mehr. Essen war scheiße…. Ich mein hallo? Wenn es mir immer danach schlecht ging, muss ich mir das ja nicht antun. Im Nachhinein irgendwo verständlich, aber auch nicht wirklich der richtige Weg.
Im Dezember 2015 war ich in einer offenen Psychosomatik und wegen meinem extremen Untergewicht wollten mich die Ärzte in die geschlossene Station stecken. Alle dachten ja, ich hätte Bulimie oder etwas ähnliches. Es war einfach hart, nicht verstanden zu werden. Nicht mal mein Psychotherapeut hatte mir damals geglaubt. Ich hatte nämlich nur die ständigen Krämpfe nach dem Essen, Angst keine Luft mehr zu bekommen, da sich alles immer so eng angefühlt hat. Das war und ist bis heute meine einzige Angst. Als ich dann aber ein paar Stunden in diesem videoüberwachten Glaskasten saß wusste ich, hier kann ich nicht bleiben. Hier gehe ich gänzlich kaputt.

Also hab ich mich selbst entlassen. Und glaubt mir, das war echt ein harter Kampf. Das Gute war, das meine Mutter gänzlich hinter meiner Entscheidung stand. Als ich wieder zu Hause war, hab ich angefangen zu kämpfen. Ich hab mir selbst in den Arsch getreten, weil ich wusste: Entweder du schaffst es jetzt selbst, oder du liegst irgendwann im Krankenhaus und wirst per Magensonde ernährt. Und das wollte ich auf keinen Fall. 
Also kämpfte ich. Gegen die vielen negativen Gedanken und meine Angst. 
Ich hab mir einen Essensplan aufgestellt (6-8x am Tag nur ganz kleine Portionen, damit ich danach nicht so starke Krämpfe habe), hab das Meditieren begonnen, hab mir ein Dankbarkeitstagebuch zugelegt und gleich eine neue Psychotherapeutin.

Und ja was soll ich sagen….es wurde langsam. Zwar langsam, aber immerhin. Im Dezember 2015 wog ich 32 Kilo und im April schon wieder 40. Ich wollte es einfach schaffen. Raus aus dem ganzen Scheiß. Dabei hat mir die Fotografie unglaublich geholfen. Ich hab ja schon immer nebenbei als Hobby super gerne fotografiert, aber in der Zeit war es mein einziger Anker. Ich hab alles aufgesogen, was mit Fotografie zu tun hatte. Bücher gelesen, YouTube Videos geschaut, ganz ganz viel ausprobiert und mir dann auch meine ersten Spiegelreflexkamera gekauft. Es tat einfach so gut, endlich wieder einen Fokus im Leben zu haben. Ja es war zeitweise immer noch Kacke, das ist es heute noch manchmal, aber ich hab gelernt damit umzugehen. Ich weiß mit was und wem ich mich umgeben muss und wie ich mir etwas Gutes tun kann. Ich habe meinen Körper mittlerweile gänzlich akzeptiert, denn er hat schon so verdammt viel mit mir mitgemacht und tut immer noch seine Arbeit. Er zickt zwar manchmal etwas rum, aber da will er mir meistens nur sagen, das ich wieder etwas langsamer machen soll. Klar, denke ich mir manchmal: Ich hätte auch gern wieder einen schönen Bauch, ohne Narben etc. Aber ganz ehrlich? Was sagt das denn über dich aus? NICHTS. Wichtig ist wer du bist und was in deinem Herzen liegt. Mittlerweile geh ich sogar wieder ins Schwimmbad, oder zieh mir trotz Narben oder Neurodermitis kurze Hosen an im Sommer. Denn keiner ist perfekt. Jeder hat seine Macken und kämpft ab und an mal damit.  Deswegen ein Appell an Euch: Nehmt euch bitte bitte so an wie Ihr seid, liebt euch mit all euren Macken, auch wenn sie manchmal nerven. Ihr dürft auch manchmal jammern, aber dann macht euch wieder bewusst: Ohne euren Körper wärt Ihr NICHTS.